Blauwasser-Veranstaltungen / Segelevents

ARC






Logbuch


Hallo Ihr Lieben!

Geschafft! Heute Nachmittag (Donnerstag) konnten wir sämtliche Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung abschließen - und die waren sehr umfangreich. Neben verschiedenen kleinen Besorgungen für das Boot nahm die Proviantierung die meiste Zeit in Anspruch.
Unsere Maxime lautet: Frisch, statt Dose! Denn auch wir wollen auf See gesund und gut essen. Dazu sind die verschiedensten Konservierungstricks notwendig. Harry Glab, unser Skipper kennt sie alle. So werden die Tomaten und Orangen in grünem Zustand eingekauft und reifen dann während der Überfahrt. Die grüne Bananenstaude hängt an Deck ist mit Tüchern abgedeckt und wird Stück für Stück freigelegt zum Nachreifen. Paprika und die Auberginen hängen an einem Segelzwirn unter der Decke im Salon. Die restlichen Gemüse hängen in einer feinmaschigen Hängematte, wo sie nicht zerdrückt werden. Die Eier, die zuvor nicht gekühlt worden sein dürfen, werden mit Öl eingerieben und dann mit frischem deutschem Zeitungspapier eingewickelt und als ‚Osterei' unter den Bodenbrettern gelagert. Die Kartoffeln dürfen nicht gebadet werden, sonder bekamen mit einer Bürste Einzelbehandlung.
Alles, aber auch gar alles, was hier im Land gekauft haben, muss am Steg mit Salzwasser abgewaschen

werden. Denn nur so können wir sicherstellen, dass unsere speziellen Freunde, die Kakerlaken, uns nicht an Bord begleiten. In einer Woche werden wir's sehen! Dazu füllen wir unser Gummibeiboot am Steg mit Süsswasser, geben reichlich Salz dazu und baden das Gemüse und Obst darin. Die Verpackungen bleiben am Steg und werden gleich entsorgt.
Der Supermarkt liefert die Ware direkt an den Steg. Die Kartons stapeln sich meterhoch. Unglaublich, was da in den nächsten drei Wochen alles durch unseren Schlund gehen soll. Am Freitag stand Reinemachen auf dem Programm. Das Deck wurde geschruppt und innen alles gesäubert. Dazu gibt es sogar einen Staubsauger an Bord.
Wir liegen am Steg 18 zusammen mit Booten aus England, Spanien, Italien, Holland und den USA. Ein lustiges Völkchen, diese Segler! Die einen kommen mit dem Flugzeug nach Gran Canaria, um die Passage über den Atlantik zu machen, einige bleiben anschließend noch einige Monate in der Karibik. Ein deutsches Ehepaar benutzt diese Überfahrt, um auf ihrer Weltumseglung dann durch den Panamakanal in den Pazifik zu kommen. Vier Jahre werden sie unterwegs sein. Keine Angst - wir bleiben nicht so lange weg!
Während dieser Vorbereitungswoche haben die Veranstalter der ARC ein umfangreiches Trainingsprogramm angeboten: Themen wie Emergency Navigation, Provisioning- und Communications Seminar, Demonstration vom Gebrauch der Rettungsinsel und der Notsignalmittel. Abschließend wurde jedes Boot nach einem ausführlichen Sicherheitscheck abgenommen. Einige Boote, die diesen Anforderungen nicht genügten, wurden vom Start ausgeschlossen.
Heute (Samstag) hat uns unser Skipper (Kapitän und Eigner) ausführlich im Umgang mit den Geräten und den Sicherheitseinrichtungen an Bord vertraut gemacht.

Morgen 13.00 Uhr Ortszeit (14.00 Uhr deutsche Zeit) ist der Start. Gemeinsam mit 220 weiteren Booten werden wir die Startlinie überqueren, die ein Länge von einer Meile aufweist. Und in spätestens 20 Tagen wollen wir die Karibik erreicht haben.
Die ARC-Regattaleitung bat Harry, er möge täglich unsere Eindrücke nach London mailen, wo sie dann neben anderen Berichten auf die deutschsprachige ARC-Website gestellt werden. Besonderen Wert legen sie auf unsere tägliche Menufolge, um den Interessierten an Land zu zeigen, dass wir uns nicht nur von Astronautenfutter und trockenem Müsli ernähren. Daher wundert Euch also nicht, wenn ab jetzt täglich von uns ein Bericht kommt. Wenn's Euch zuviel wird, löscht's halt.
Wer aber noch mehr über diesen einzigartigen Törn erfahren möchte, kaufe sich die ‚Welt am Sonntag' vom 23.11.03, in welchem ein ausführlicher Bericht darüber erscheinen wird. Dort wird Manfred Kerstan, ein alter Freund von Harry und 10-maliger Atlantiküberquerer vorgestellt. Mit ihm stehen im ständigen Kontakt, um das Wetter zu beurteilen.
Seid gespannt was Euch in den nächsten Wochen erwartet - wir sind's auch!
Eure Endurance-Crew


Im beiligenden Bild seht Ihr in der unteren Reihe von rechts nach links: Harry, unser Skipper, Hubert, Margit und Angelika. Oben von rechts nach links Johannes, Bernhard, Thorsten und Michael







 
 
          
 
Die Endurance hat mittlerweile das Ziel erreicht.

                   
   
 
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